how to: gerecht gestalten!?

Workshop

Ob Produkte und Umgebungen gleichermaßen von allen Menschen genutzt und verstanden werden können, ist abhängig von deren Gestaltung.

Damit formen Menschen in gestaltenden Disziplinen (Gestalter*innen) nicht nur Produkte und Anwendungen, sondern auch einen erheblichen Teil unseres erleb- und erfahrbaren Alltags.

Konsument*innen verlassen sich auf die Zugänglichkeit, Funktion und Sicherheit der Produkte und Anwendungen, die sie nutzen – und verarbeiten Informationen und Ansichten, die implizit oder explizit in den Produkten und Anwendungen stecken.

Es ist weithin anerkannt, dass gestaltete Artefakte eine Rolle für menschliches Verhalten und in sozialen Beziehungen spielen – und somit nicht neutral sind.

Damit geht eine Verantwortung einher: Menschen in gestalterischen Berufen haben also einen bemerkenswerten Einfluss darauf, wie eine Gesellschaft und ihre Individuen denken und handeln (können).

Mannigfaltige Beispiele aus Produkt-, Medien- und Marketinggestaltung zeigen, dass marginalisierende oder stereotype Gestaltung noch weit verbreitet ist – und lassen auf eine gestalterische Praxis schließen, die ihre Verantwortung für soziale Gerechtigkeit oft noch zu wenig reflektiert oder reflektieren kann.

Diese Mängel treten vor allem in Fragen der Gendergerechtigkeit auf und – bei einer intersektionalen Betrachtung – übergreifend in Fragen der sozialen Gerechtigkeit:

Wer hat eigentlich Zugang zu welchen gestalteten Produkten und Anwendungen? Wer nicht?

Wer kann an der gestalteten Umwelt teilhaben? Wer nicht?

Welches Welt– und Gesellschaftsbild vermitteln Produkte und Anwendungen?

Wer profitiert von der Produktion, Nutzung und Entsorgung eines Produktes? Wem schadet sie?

(Wie) Kann die Auseinandersetzung mit Vielfaltsdimensionen (Alter, ethnische Herkunft & Nationalität, Geschlecht & Geschlechtliche Identität, körperliche & geistige Fähigkeiten, sexuelle Orientierung, Religion und Weltanschauung, soziale Herkunft) eine gerechtere Gestaltung fördern?

Der Frage, wie sich die Disziplin diesen Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Diversitäts-Aspekten zuwenden und ihnen aufmerksam, ergebnisoffen und veränderungsbereit entgegentreten kann, soll sich eine Workshop-Reihe an der Hochschule Darmstadt widmen. Ziel ist es, den Adressat*innenkreis (Studierende und Lehrende der gestalterischen Fachbereiche sowie Interessierte) für die Vielschichtigkeit von Faktoren der Gerechtigkeit und Vielfalt im Kontext des Designs zu sensibilisieren und – persönliche und gemeinsame – Strategien zu entwickeln, wie gerecht(er) gestaltet werden kann.

Im Förderzeitraum soll ein skalierbares Workshopformat konzipiert und insgesamt drei Mal an der h_da angeboten werden, einmal davon im Rahmen des „Diversity Days“ der Charta der Vielfalt am 23. Mai 2023. Die Workshops sollen jeweils aus zwei kurzen Impulsvorträge der Antragsstellerinnen (mit den Schwerpunkten gendersensibles Design und universelles Design) oder extern geladenen Keynote-Speaker*innen und einer ausgiebigen interaktiven Phase bestehen. Eine niedrigschwellige Plattform soll nach den Workshops Ergebnisse, Erkenntnisse und Literaturhinweise öffentlich für alle zugänglich machen und somit einen nachhaltigen Impuls an den Fachbereichen setzen.