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Im neuen „Bee Lab“ am Campus Dieburg arbeiten Studierende in Projekten mit Bienen

Zehntausende beflügelte Kommilitoninnen tummeln sich neuerdings am Campus Dieburg. Im neuen „Bee Lab“ der Hochschule Darmstadt produzieren sie nicht nur h_da-Hochschul-Honig, ihr fleißiges Treiben nutzen Studierende wie Lehrende aus verschiedensten Studiengängen auch für anwendungsorientierte wissenschaftliche Projekte.

Von Simon Colin, Redakteur Hochschulkommunikation

Vier Bienenvölker betreut Bee Lab-Leiter und Informatik-Professor Marcus Zinn, selbst auch Imker, auf einer Campuswiese. Zusammen mit seinen Studierenden stattet er die Bienenstöcke – Bienenbeuten in der Fachsprache – mit Sensoren aus. Sie liefern Daten direkt aus den Beuten, die mit KI weiterverarbeitet werden und Grundlage für eine offene Forschungsplattform sind, an der sich Interessierte aus der gesamten Hochschule beteiligen können. Erfasst werden zum Beispiel Daten zum Kommunikationsverhalten von Bienen, die sich über Vibrationen verständigen.

Zahlreiche Projekte rund um das Bee Lab sind mittlerweile angelaufen: Wirtschafts-Studierende planen einen Digitalen Zwilling und somit eine 1:1-Digitalkopie eines Bienenstocks, Mathematik-Studierende möchten die Beuten mit Kameras ausstatten für Projekte zur Bilderkennung. Studierende der Gesellschaftswissenschaften interessieren sich wiederum für soziale Dynamiken und nachhaltige Aspekte. Kreativstudierende nutzen zum Beispiel die Sounds der Bienen für künstlerische Audioprojekte.

Ein Projektteam aus dem Studiengang Onlinekommunikation arbeitet aktuell an einem Chatbot, der Echtzeitdaten aus dem Bienenstock in ein Gespräch in natürlicher Sprache übersetzt. Mit diesem Projekt möchte sich das Bee Lab künftig an Schulen wenden, um Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte dabei zu unterstützen, Lernziele zu erreichen und KI an einem greifbaren Beispiel zu verstehen. Prof. Dr. Marcus Zinn kann sich zudem vorstellen, einen digitalen Lehrbienenstand zu entwickeln.

„Das Bee Lab bietet den Studierenden die Gelegenheit, Themen aus ihrem Studium in einem besonderen Praxisprojekt anzuwenden“, sagt Prof. Dr. Marcus Zinn. Zum Schutz der Insekten und auch zum Schutz der Studierenden darf zwar nur er als Imker direkt in den Beuten arbeiten. „Die Auseinandersetzung mit den sozialen und sensiblen Tieren ist für viele Studierende jedoch eine eindrucksvolle Erfahrung.“

Doch nicht nur die Hochschule freut sich über die Chancen, die das interdisziplinäre Bee Lab bietet. Auch ein ungebetener Gast hat die Bienenstöcke im Visier: die asiatische Hornisse. Sie tötet gezielt Bienen und bedroht die Populationen. Prof. Dr. Marcus Zinn arbeitet kontinuierlich an Schutzmaßnahmen, um die produktiven Insekten zu schützen. Ein Hintergrundartikel hierzu findet sich in unserem Wissenschaftsmagazin impact: https://impact.h-da.de/bienenforschung-informatik

Das Bee Lab ist eine offene Forschungsplattform, an der sich Interessierte aus der gesamten Hochschule beteiligen können. Foto: h_da/Markus Schmidt